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Interview zur bevorstehenden BEE

Ein Exklusivinterview mit dem Veranstalter der BEE Lutz Obelgönner

Waranwelt: Was erwartet die Besucher der BEE nun genau an Ausstellungsfläche?

Lutz: Bevor ich nachher dafür verhaftet werde, sage ich lieber „ungefähr“ statt „genau“. Es sind nur knapp 4000 Quadratmeter, weil sich die dritte Halle nicht gefüllt hätte. Leider sind sehr viele Aussteller wegen der Drohungen eines Mitbewerbers im April nicht in Rheda, sondern kommen nur als Besucher, um sich die Hallen für September anzusehen. Hinzu kommen Vortragsräume, Ruhezonen und ein erstklassiger Gastronomiebereich. Und saubere, kostenlose Toiletten ... ein nicht ganz unwichtiges Detail.


Waranwelt: Wir waren ja schon oft in Hamm, dort bilden sich ja immer sehr lange Schlangen vor den Kassen. Wird das auf der BEE genauso sein? Oder hat man hier besser vorgesorgt?

Lutz: Es gibt ja Menschen, die sogar stolz auf die langen Schlangen vor ihrer Halle verweisen und bewusst keine weitere Kasse öffnen. Das wird in Rheda nicht so sein, weil wir zum einen ausreichend Kassen öffnen und zum anderen ohnehin niemand lange draußen warten muss. Wir werden den Zugang zur Gastronomie etc. bereits ab 8 Uhr ermöglichen. Auf diese Weise können auch von Besuchern mitgebrachte Tiere tierschutzgerecht schnell in die Wärme gebracht werden.


Waranwelt: Du bietest ja ein tolles Vortragsprogramm. Ist dies jetzt nur für die erste BEE geplant, oder wird es solche Highlights bei jeder BEE geben?

Lutz: Es ist unser erklärtes Ziel, mehr zu bieten als das pure Börsengeschehen und die BEE zu einem echten internationalen Treffpunkt für Terrarianer zu machen. Wir hoffen auf große Akzeptanz der Vorträge und haben bislang sehr gute Rückmeldungen. Wenn sie gut angenommen werden, stehen weitere Referenten für September bereit. Auch zusätzliche Kooperationen wie jetzt mit den Froschfreunden von DendroBase sind möglich.


Waranwelt: Leider fällt die BEE mit der Börse in Ulm auf das gleiche Datum. Wird hier zukünftig besser bzw. anders geplant werden?

Lutz: Diese Überschneidung bedauere ich auch sehr. Als ich den – einzigen im A2 Forum noch verfügbaren – Wochenendtermin im April buchen musste, war mir der Ulmer Termin aber leider nicht bekannt, ich hätte zudem ohnehin nicht ausweichen können. Diese Location ist sehr begehrt. Ich habe mich nach Bekanntwerden des Ulmer Termins sofort bei Herrn Wolf, dem Veranstalter, entschuldigt. Die Langfristplanung steht aber: Ich habe bereits im November den Septembertermin veröffentlicht. Nach der April-Börse wird der nächste Frühjahrstermin der BEE veröffentlicht. Es liegt in Zukunft also an anderen Veranstaltern, diesen zu berücksichtigen ... wenn sie es wollen, die Interessen sind da ja unterschiedlich.


Waranwelt: In Hamm ist die Frischluft in den Hallen ja ein ziemliches Problem, wird das wie versprochen auf der BEE anders sein?

Lutz: Das haben wir nicht umsonst angekündigt. Die technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben. Im A2 Forum werden ja auch andere Veranstaltungen mit rund 15000 Besuchern am Tag abgewickelt.


Waranwelt. Wieviele Besucher erwartest Du?

Lutz: Da halte ich mich lieber zurück ...


Waranwelt: Inwieweit sind die Stände ausgebucht? Gibt’s noch Platz?

Lutz: Stand heute sind noch knapp 40 Tische zu haben, also rund zehn Prozent.


Waranwelt: Wieviele Stunden hast Du jetzt an der Vorbereitung dieser Veranstaltung gesessen?

Lutz: Da muss ich lächeln. In Stunden ist das nicht zu beziffern, es ging schließlich nicht darum, irgendetwas zu machen und dann mal zu schauen, was passiert, sondern ich wollte von Anfang an etwas Besonderes auf die Beine stellen. Wenn man zum Beispiel ein gutes Börsenheft produzieren möchte, dauert das eben seine Zeit. Andere Veranstalter planen so etwas seit Jahren, wieder andere beauftragen externe Dienstleister, weil sie es nicht selbst können. Viel Energie ist auch in völlig fruchtlose Auseinandersetzungen mit dem Mitbewerb geflossen.


Waranwelt: Schon nervös?

Lutz: Nein, nicht wirklich, eher manchmal verärgert, wenn wieder einmal widerrechtlich Steine in meinen Weg rollen. Ich werde dennoch nicht von meiner ruhigen Linie abrücken, es sei denn, jemand übertreibt es. Auf dieses Niveau will ich nicht. Aber im Großen und Ganzen freue ich mich sehr, schon daher, weil ich jede Menge positive Rückmeldungen aus der ganzen Welt erhalten habe.


Waranwelt: Denkst Du, dass sich die BEE auf Dauer etablieren wird?

Lutz: Wenn ich und viele international bekannte Züchter und Freunde nicht von der Idee und dem Konzept überzeugt gewesen wären, hätte ich diesen Schritt nicht unternommen. Bereits jetzt sind für September über 200 Tische vergeben.


Waranwelt: Scheinbar gönnt man Dir den Erfolg schon jetzt nicht, Deine Meinung dazu?

Lutz: Das Thema haben wir ja bereits angeschnitten. Eine Auseinandersetzung geht jetzt leider zu Gericht, weil sich dort jemand überhaupt nicht einsichtig gezeigt hat. Man kann die beiden Mitbewerber, um die es sich hauptsächlich handelt, aber auch verstehen, sie fürchten um ihre Position. Die Wahl der Mittel ist allerdings, gelinde gesagt, fragwürdig. Für die Veranstaltung in Rheda sind zudem ja auch weitere „Aktionen“ angekündigt worden. Im Prinzip sind alle Aktivitäten gegen die BEE jedoch das größte Kompliment, dass wir bekommen konnten. Der Markt wird das auf Dauer entscheiden. Und ich bin sicher: Auf lange Sicht kommt alles zu denen zurück, die sich entsprechend eingebracht haben. Wie es in den Wald schallt ...


Waranwelt: Du wurdest vor Kurzem als vorbestrafter Tierschmugler beschimpft, ist das wahr?

Lutz: Mal abgesehen von juristischen Feinheiten – unter anderem ist es nicht ganz korrekt und zudem nicht erlaubt: Ja, ich habe 1999 versucht, Reptilien aus Australien herauszuschmuggeln. Das ist damals durch alle Foren gegangen. Ich stehe öffentlich dazu, ich bin dafür hart bestraft worden, und damit hat sich das für mich erledigt. Wer möchte, werfe den ersten Stein ...


Waranwelt: Wie zu lesen war, wurde Stammausstellern der Terraristika gedroht, sie würden keinen Stand mehr in Hamm bekommen, wenn sie auf der BEE ausstellen. Was hälst Du davon?

Lutz: Nach der Veröffentlichung unserer Ausstellerliste scheint es sogar noch einmal eine gezielte Aktion dieser Natur gegeben zu haben. Aber wer es nötig hat, in Rheda genau zu kontrollieren, wer dort ausstellt und diesen Anbietern den Ausschluss von der eigenen Börse anzudrohen, offenbart seinen Charakter und fehlende Argumente. Die Drohungen sind durch ganz Europa und in die Vereinigten Staaten gegangen, ich habe über 100 Berichte darüber. Aber wie schon gesagt, das fällt alles irgendwann auf den zurück, der sie ausgestoßen hat. Deshalb werde ich die durchaus möglichen juristischen Schritte nicht einleiten. Zudem: Die Terraristika nennt sich zwar die weltweit größte Terrarienausstellung, aber sie ist nicht die Welt ... frag mal Veranstalter in Holland oder Italien.


Waranwelt: Aber es werden doch hoffentlich genug Aussteller da sein?

Lutz: Ich bin sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Und ich verstehe auch die Ängstlichen, von denen viele angerufen haben, die sich noch nicht trauen, aber für den September die Türen nicht selbst zuschlagen wollten. Schließlich ist das am 12. April die Premiere. Sie sind weiterhin willkommen, wir haben Raum und Möglichkeiten genug. Andere bezeichnen die BEE ganz offen als ihre Zukunft.


Waranwelt: Ist die BEE als Konkurrenzbörse für Hamm gedacht, oder einfach als eine Alternative, um dem Stress der Terraristika aus dem Weg zu gehen?

Lutz: Es ist komisch: Für die Ortswahl und unseren Ansatz wurde ich vom Mitbewerb schon mehrfach beschimpft, als ob das ein Verbrechen sei. Natürlich ist jeder neue Marktteilnehmer eine Konkurrenz für die Etablierten. Und natürlich stellt man solch ein Projekt nicht auf die Beine, um nicht erfolgreich zu sein. Man entwirft ein Angebot, mit dem man eine Nachfrage decken kann. Man wirbt mit dem, was man zu bieten hat. Und man sucht sich zudem einen Veranstaltungsort, an dem man sich wohl fühlt und wo man erfolgreich sein kann. Das A2 Forum hat viel Erfahrung mit Tierthemen durch die weltbekannte Interkoi.

Aber am Ende ist es doch ganz einfach: Wer nach Hamm gehen möchte, soll das tun, wer sich dort nicht wohl fühlt, kann prüfen, ob es ihm in Rheda besser gefällt. Das Anbieten von Dienstleistungen ist ganz normale Marktwirtschaft, kein Vergehen, gegen das es irgendetwas einzuwenden gäbe. Diese Kritik spiegelt lediglich Ängste wider. Unser Angebot ist ganz eindeutig aus Nachfrageimpulsen heraus entstanden. Einfacher gesagt: Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich solch ein Angebot wie das der BEE nicht auf die Beine stellen könne, weil das bestehende Angebot die Bedürfnisse nicht gedeckt hat.


Waranwelt: Waranwelt hatte bei dem Veranstalter der Terraristika mal nachgefragt, um zwecks Fotos etwas eher in die Halle zu dürfen. Leider haben wir damals nicht einmal eine Antwort bekommen. Dürfen wir bei der BEE früher rein, um Fotos für einen Bericht zu machen?

Lutz: Ich möchte nicht immer wieder auf dem Veranstalter der Terraristika rumtrampeln, obwohl sich das anbietet und einfach wäre. Die Terraristika hat für die Terraristik in den letzten zehn Jahren viel bewegt. Man muss diesen Veranstalter auch verstehen, schließlich kommt sonst jeder Forenbetreiber und möchte mit den Ausstellern in die Halle. Wenn ein Vertreter der Medien also solch einen Wunsch äußert, muss man ganz genau abwägen, ob dadurch ein sozusagen „allgemeines“ Interesse gedeckt wird. Selbstverständlich sollte es aber sein, auf Medienanfragen zu reagieren. Wir werden eine Lösung finden.


Wir danken Herrn Lutz Obelgönner das er sich unseren Fragen gestellt hat und diese so offen und ehrlich beantwortet hat. Wir wünschen ihm das seine BEE ein großer Erfolg wird. Wir werden auf jeden Fall vor Ort sein.

Wir weisen darauf hin das dieses interview bzw die Antworten nicht unbedingt auch die Meinung der Betreiber der Seite waranwelt.de wiederspiegelt.

Da hier auch der Name der Hammbörse gefallen ist, würden wir von waranwelt.de uns sehr freuen wenn die Betreiber der Terraristika auch für ein Interview zur Verfügung stehen würde.







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