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Haltung von varanus juxtindicus / Renell Insel Waran

Varanus juxtindicus----------Renell Insel Waran
von Florian Wagner


Vorgeschichte:

Als ich am 08.01.07 einen befreundeten Zoohändler fragte, ob er zufällig einen Varanus doreanus Paar oder Einzeltiere dieser Gattung besorgen könnte, meinte er, er kenne jemanden der ein Waran Pärchen zu Hause sitzen hat, welches der Besitzer aus gesundheitlichen Gründen abgeben müsste. Nach längerem Hinterfragen sagte er mir das auf den Papieren zwar V.indicus stehen würde, diese Tiere aber als indicus kalabeck (früherer Name für Varanus doreanus) eingeführt worden waren. Ich stimmte zu und sagte ihm er solle mir die Tiere besorgen, ich würde sie ungesehen kaufen, also wie die Katze im Sack…


Die Tiere sind da, der Kauf:

Zwei Wochen später am 22.01.07 erhielt ich von dem Zoohändler einen Anruf , indem er mir sagte, ich könne die Tiere abholen.

Ich machte mich sofort auf den Weg und bei ihm angekommen, voller Vorfreude auf die V.doreanus, öffnete er mir die erste Kiste indem das männliche Tier saß…

Ich war ein wenig verblüfft, über die Masse des Tieres und mir viel sofort auf das er keinerlei blaue Färbung am Schwanz besaß.

Was mir zum Glück auch sofort auffiel war, dass der Schwanz im ersten drittel drehrund, anstatt gekielt war. Wie das bei „normalen“ indicus der Fall ist. Nach dem öffnen der zweiten Kiste, blickte mich das Weibchen an, was eindeutig der gleichen Art zu zuordnen war.

Letztendlich entschloss ich mich, das Pärchen doch mitzunehmen, obwohl es keinen doreanus waren wie abgesprochen.

Zuhause angekommen setze ich die Tiere ersteinmal in ein Quarantäne Terrarium mit den Maßen 200x100x150cm (lxbxh) und fing an die Bücher zu studieren. Mein Verdacht fiel, als ich das Buch „Warane“ von Bernd Eidenmüller durch geblättert hatte auf Varanus juxtindicus. Welcher als einziger von der Beschreibung auf meine Tiere passte.

Die Artbestimmung:

Doch das war mir nicht genug, zu meinem Glück kenne ich jemanden vom Museum Alexander König in Bonn an dem auch Prof. Dr. Böhme , der diese Art anhand toter Museumsexemplare 2002 beschrieb, arbeitet. Ich rief ihn an und machte einen Termin mit meinem Freund und Herrn Böhme.

Als der Tag des bestimmens kam, war ich sehr aufgeregt, ob ich wirklich Exemplare dieser Waranart erwerben konnte, oder ob es sich doch um eine ganz andere Art handelte.

Im Museum angekommen erwartete mich mein Freund schon, Herr Böhme hatte gerade noch ein Termin. Die Minuten zogen sich wie Stunden . Als Herr Böhme endlich fertig war und bereit war meine Tiere in Augenschein zu nehmen, raste mein Herz wie bekloppt. Er öffnete die Kiste in dem der Bock saß. Ein Aufstoß voller Erleichterung kam über seine Lippen, V.Juxtinidicus sagte er und fragte mich, wo ich dieses wundervolle Exemplar her habe, er hätte bis jetzt nur tote Tiere dieser Art in der Hand gehalten.

Ich beschrieb ihm meinen Erwerb, und sagte es komme noch besser, ich holte die zweite Kiste hervor und sagte ihm das hier das dazu passende Weibchen wäre . Er war sprachlos und meinte ich solle ihn auf dem laufenden halten, was mit den Tieren passiert, ob es Nachwuchs gibt und wie ich sie halten werde.Und ich soll alles genauestens dokumentieren. Die Tiere wieder eingepackt, fuhr ich voller Erleichterung wieder nach Hause und setzte die Tiere in ihr Quarantänebecken.

Terrarium, Technik und Deko:

Seit diesem Tag sind schon ein paar Monate vergangen und die Tiere sitzen nun in einem Becken, mit den Maßen 2,9mx1,3mx2,3m. Die Temperatur beträgt im oberen Bereich 32°C, im mittleren 29.3°C und am Boden 26.7°C. Unter einem eingehängtem Wärmestrahler, herrschen Temperaturen zwischen 45-48°C. Die Luftfeuchte ist Tags im mittelwert um die 80% und nachts ansteigend auf 90-100%. Beleuchtet wird das Terrarium mit zwei Hql-Strahlern a 125 Watt, einer Powersun UV von Zoo Med mit 160 Watt und einem PAR-Strahler mit 150 Watt.




Bepflanzt ist das Terrarium mit einer Großen Jukka-Palme und einer kleineren dieser Art. Die Einrichtung besteht aus dicken Baumstämmen mit rauer Rinde, um den Tieren das Klettern zu ermöglichen und dicken Korkröhren, um den Tieren das Verstecken zu ermöglichen. Als Bodengrund verwende ich ein Torf –Sand-Gemisch. Zum Baden steht ein ca. 90 liter fassendes Wasserbecken zur Verfügung.

Die Tiere:

Die Tiere messen ca. 1,3m bei einer KRL von knappen 50cm.

Das Männchen hat eine kräftigere Gestalt und einen massigeren Kopf als das Weibchen.




Fütterung:

Der Größe entsprechend biete ich den Tieren Mäuse, Goldfische, Barsche ,Küken und bei Gelegenheit große Wanderheuschrecken die mit den nötigen Mineralien und Kalzium präpariert werden.

Verhalten:

Die Tiere sind gute Kletterer und so erklimmen sie selbst die Flachen Korkplatten der Rückwand. Das Wasserbecken wird nur zum gelegentlichen Bad und zum Fischfang angenommen. Anders als andere Vertretter des Indicus-Komplexes die regelmäßig und viel schwimmen. Über die NZ ist noch nichts bekannt. Ich hoffe aber, das ich bald darüber berichten kann, da bei mir augenscheinlich die Paarungszeit eingesetzt hat


das obere kleinere Tier mit der Narbe am Rücken ist das weibliche Tier

Danksagung:

Ich möchte auf diesem Wege ganz herzlich Herrn Sascha Esser vom Museum König(Bonn) danken, dass er es mir ermöglicht hat, meine Tiere von Herrn Böhme bestimmen zu lassen. Das er mir auch heute noch bei Fragen zur Seite steht. Des Weiteren Danke ich Herrn Prof. Böhme, das er sich für mich und meine Tiere Zeit genommen hat. Dazu kommt noch mein Dank an meine Tierärztin Fr. Dr. Jutta Wiechert die meinen Tierbestand seit Jahren sehr zuverlässig betreut. Letztendlich möchte ich meinen Eltern danken, die mir dieses Hobby ermöglichen und mich bei der Pflege unterstützen. Noch ein Dankeschön an meinen Chef, Herrn Eisenschenk (Mayen) der es mir ermöglicht hat diese wunderbaren Tiere zu bezahlen.







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