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Aufzuchtbericht Varanus doreanus Teil 1

Aufzuchtbeobachtungen von Varanus (Euprepiosaurus) doreanus (Meyer 1874) Teil 1
von Andreas Niedermeier

Varanus doreanus ist ein beliebter Vertreter der Indicusgruppe. Leider hält er in der Literatur und in Internetforen immer noch hartnäckig seinen Ruf sehr scheu zusein.
Andreas Niedermeier (User im Waranweltforum) hält  seit kurzen 2 (FZ09) Varanus doreanus und wird hier auf Waranwelt sehr detailliert über seine Aufzucht berichten.......

Zuerst das Terrarium, in dem die Tiere die ersten Monate verbringen werden:

 

Außenkorpus:              - OSB4-Terrarium, Wandstärke 18mm

- ESP-Glas 6mm

- Innenseiten mit Epoxidhard behandelt

- Maße (LxTxH): 100x60x120 cm

 

Technik:                       - ReptiGlo 10.0 T8 Doppelröhre,

- 1x80W PAR38

- 1x70W SunGlo spritzwassergeschützt

- Osram Vitalux 300W

 

Rückwand:                  -Kokosfasermatten

 

Einrichtung:                  -Naturholzstämme, Korkhöhlen im Boden- und Astbereich

-Bepflanzung Nephtyis, Pothos sowie Bougainvilleblüten (gemischt künstlich/echt; gängige Pflanzen aus Neu-Guinea)

-Naturhumus (Humus Brick)

 

Ergebnis Umwelt:         -Temperaturbereich von 26-34 Grad

-Luftfeuchte Tag: je nach Bereich zwischen 60-75%

-Luftfeuchte Nacht: fast überall 75-85%

 

 

Die Tiere:


Es handelt sich um zwei Tiere varanus doreanus, indonesische Farmzuchten von Reinhold Maugg. Als ich die Tiere erhielt waren sie augenscheinlich gesund, gerade am häuten, die Kotproben waren unauffällig.

Obwohl Herr Maugg mehrere, teils größere Tiere zur Auswahl hatte, habe ich mich für die beiden kleinsten entschieden, da sie zum einen wenig Scheu zeigten und zum anderen aufgrund der Kopfform der Verdacht nahe lag, dass es sich um 1,1 handeln könnte.

 

11. Mai 2010:

0,0,2 V. doreanus ziehen ein. Sie werden zunächst in ein kleines Terrarium (50x50x50) verbracht, um sich vom Stress zu erholen und die neue Umgebung kennenzulernen.


14. Mai 2010:

Der Umzug in das größere Becken (100x60x120) ist erfolgt.

Die Tiere verhalten sich neugierig, wenngleich die Anwesenheit von Menschen im Raum noch skeptisch verfolgt wird. Betritt man den Raum zu schnell oder bewegt sich zu hektisch, erfolgt ein schneller Rückzug in den oberen Teil des Terrariums. Erstaunlicherweise nicht in die Korkhöhlen, die die Tiere kennen, sondern in die Ecke unter die Decke. Beide lassen sich in die Hand nehmen oder berühren, ohne Fluchtverhalten zu zeigen. Dies stellt einen guten Ansatz für die weitere Arbeit mit den Tieren dar.




 






Beide haben gefressen (1x1 Babyratte, 1x2 Babymäuse). 2 große Wüstenheuschrecken, die ich im Terrarium hatte wurden während Abwesenheit unkontrolliert gefressen. Erstaunlich, auf das Angebot von Insekten von der Pinzette verzichten die Tiere. Die Babyratte wurde hingegen von der Hand genommen.


           

 


Schwimmbecken wird in Absenz von Menschen regelmäßig besucht, erkennbar daran, dass Bodengrund und Häutungsreste darin schwimmen. Beide Tiere lassen sich gerne aus großer Höhe in das Becken fallen.

 

 


Merke hier:

Spritzwassergeschützte Lampen verwenden, um Verletzungen zu vermeiden, sollte es eine normale Lampe zerreissen. Die Wasserfüllhöhe sollte bei maximal (habe momentan 30 cm Wassertiefe) stehen.

           

 

15. Mai 2010:

Die Tiere waren vormittags sehr aktiv, erste Anzeichen dafür, dass die Anwesenheit von Menschen nicht mehr so sehr störte waren erkennbar. Das Wasserbecken wird gleichzeitig als Toilette benutzt. Daher sollte es so oft wie möglich gereinigt werden. Auch beim Einbau sollte man beachten, dass es leicht zugänglich ist.

                        Nachmittag: Einbau weiterer Stämme ins Terrarium. Umsetzen der doreanus in ein kleineres Becken. Nach dem Einbau, neugieriges Betrachten der neuen Einrichtung. Extrem ausweichende Reaktion auf Anwesenheit von Menschen. Futterversuch per Hand und Pinzette fruchtet nicht. Tiere weichen nicht aus, fressen aber nicht, verhalten sich ängstlich. 2 Stinte werden im Terrarium positioniert. Tiere verfolgen die Tätigkeit sehr aufmerksam. Die Tiere werden allein gelassen, nach 15 Minuten sind beide Futtertiere weg.

 


 

ABER: Extrem ausweichende Reaktion auf Anwesenheit von Menschen. Futterversuch per Hand und Pinzette fruchtet nicht. Tiere weichen nicht aus, fressen aber nicht. 2 Stinte werden im Terrarium positioniert. Tiere verfolgen die Tätigkeit sehr aufmerksam. Tiere werden allein gelassen, nach 15 Minuten beide Futtertiere weg.

Besonderheit: Das vermeintliche Männchen hat einige seltsame Gewohnheiten.

Klettert (wie auch immer????) in den Abstand Leuchtstoffröhre und Terrariendecke und schläft dort(!!!!!). Springt des weiteren NICHT auf den PAR38, aber sehr wohl auf die Abdeckung der SunGlo. Schlussfolgerung: Lieber mehr Lampen mit niedriger Wattzahl verbauen, um Verbrennungen zu vermeiden.

Schlussfolgerung nach 5 Tagen:


Die Tiere sind aktiv, augenscheinlich gesund, fressen regelmäßig und gut. Die Scheu ist scheinbar sehr abhängig davon, wie oft im Terrarium gearbeitet wird. Umbauten werden mit Misstrauen bestraft.

 

Die Tiere weisen ein hohes Maß an Intelligenz auf. Vorgänge werden genau beobachtet, das Verhalten des Pflegers ebenso. Abneigungen gegen gewisse Verhaltensweisen, wie etwa zu hektische Bewegungen, werden klar gezeigt, indem sich die Tiere verstecken.

 

 



19.Mai.2010:

Tägliche Beschäftigung mit den Tieren zahlt sich aus. Das geschlossene Zimmer kann nun betreten werden, ohne dass die Tiere von den Sonnenplätzen in Verstecke flüchten. Die Tiere verhalten sich nun auch bei Anwesenheit neugierig und erkunden das Terrarium.

                                   Ein erstaunliches Ergebnis brachte die letzte Fütterung. Beide Tiere nahmen Babyratten von der Hand!! Was allerdings verwundert ist, das vermeintliche 1,0 nahm im Anschluss 4 ganze Stinte ebenfalls von der Hand. 0,1 bezüngelte dieselben, nahm sie aber nicht von der Hand. Die Stinte wurden an einen gut zugänglichen Platz im Terrarium gelegt. Unter Aufsicht wurden dann 3 davon vom 0,1 gierig gefressen. Seltsam, nicht von der Hand, aber wenn sie frei herumliegen.


Beide Tiere sehen nach dem Fressen gut genährt (nicht dick) aus. Es bleibt abzuwarten, wie lange bis zur nächsten Fütterung gewartet werden muss.

 

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23.Mai.2010:

Nach knapp zwei Wochen ist das Terrarium voll bepflanzt, was von den Tieren sehr gut angenommen wird. Beide Tiere sind nach wie vor aktiv und neugierig. Hatte nun drei Tage weniger Zeit, dies wurde gleich mit Misstrauen bestraft. Gefressen wurde trotzdem von der Hand, allgemeine Arbeiten wie Wasserwechsel etc. wurden allerdings aus einem sicheren Versteck beobachtet. Die neu eingebrachten Pflanzen werden gut angenommen, auch die künstlichen.

                      

Heute wurden zwei Dinge erstmals probiert:

a)      Fütterung mit Garnelen: Da die Tiere gerne Fisch fressen, habe ich heute das erste Mal Garnelen gefüttert. Beide Tiere haben um sich herum alles vergessen und sind wie verrückt auf das Futter losgestürmt, das vermeintliche 1,0 lies sich sogar aus dem Terrarium locken. Die Gier beim Fressen ist kaum zu beschreiben. Die Garnelen wurden zielgenau zerfetzt, eine andere Beschreibung würde der Aktion kaum gerecht werden. Gefressen wurde allerdings nur der hintere Teil der Tiere im Ganzen. Kopf und Füße wurden aufgebrochen, das Fleisch heraus gefressen, der Rest liegen gelassen bzw. zu Boden geworfen. Fütterung hat also zur Folge, den Boden nach Futterresten abzusuchen.

 

b)      Fütterung im Wasserbecken: Stinte wurden im Wasserbecken platziert. Die Tiere haben dies relativ gleichgültig beobachtet, nach ca. 1 Stunde fehlte lediglich einer. Evtl. dies auch mit Garnelen probieren und beobachten.

 

 


Sämtliche Daten und Beobachtungen sind empirische Daten, die durch intensive Beobachtungen und einen täglichen Umgang mit den Tieren von 1-2 Stunden gewonnen wurden.

Diese Daten können sich deutlich von denen anderer Halter unterscheiden, da bei dieser Waranart unbestreitbar die Tiere und deren Verhalten ausschlaggebend sind.

 

 

Ende des Berichtes nach den ersten zwei Wochen -  weitere Ergebnisse (Verhalten, Wachstum etc.) folgen nun nach längerer Beobachtung (ca. 1-2 Monate).

 

 







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